Der nachmalige Triebwagen T1 408 wurde von der Waggonfabrik Ringhoffer in Prag im Jahre 1900 als vierachsiger Triebwagen mit einmotorigen Drehgestellen und offenen Plattformen an die BBG – Bau und Betriebsgesellschaft für Städtische Straßenbahnen geliefert. Er gehörte der insgesamt 50 Einheiten umfassenden Type T an und wies zu diesem Zeitpunkt die ursprüngliche Nummer 308 auf. Doch bereits 1901 fand die Umnummerierung in 2308 statt. Im Jahre 1903 kam es zur Eingliederung in den Bestand der Gemeinde Wien – Städtische Straßenbahnen und ab 1906 zum Einsatz unter der endgültigen Nummer 408. Da sich die etwas eigenwillige Drehgestellbauart nicht bewährte, tätigte man im Jahre 1912 in der Straßenbahn-Hauptwerkstätte den Umbau in einen Zweiachser mit Blechrahmenfahrgestell.
Die Übergabe des erneuerten Triebwagens 408 an die WStW-VB – Wiener Stadtwerke Verkehrsbetriebe erfolgte am 27. August 1954. Er gehörte nunmehr der Type T1 an, die in 18 Exemplaren unter Verwendung von Fahrgestellen ehemaliger T-Triebwagen bei den Lohnerwerken in Wien Floridsdorf entstand. Dessen erster Einsatz fand am 2. September 1954 beim Betriebsbahnhof Speising auf der Linie 62 statt. Die Verwendung im Planverkehr endete im Dezember 1975 beim Betriebsbahnhof Favoriten auf der Linie D. Die Ausmusterung aus dem Wagenpark der WStW-VB datiert auf den 24. Dezember 1975. Danach erfolgte der Verkauf an die St. Pöltner Straßenbahn zur Modernisierung deren Fahrparks, wo er aber erst zwei Wochen nach der Einstellung des Straßenbahnbetriebes, am 21. Februar 1976 eintraf. Dies mag auf den ersten Blick eher an einen Schildbürgerstreich erinnern, doch gemäß einer bereits früher getroffenen Vereinbarung zwischen der Interessensgemeinschaft Museumstramway und der St. Pöltner Straßenbahn sollte deren historischer Triebwagen 5 museal erhalten und gegen einen T1 getauscht werden. Um den 5er aus dem nunmehr in Liquidation befindlichen Unternehmen zu retten schien der sicherste Weg die exakte Erfüllung dieser Vereinbarung.
Im Zuge des Konkursverfahrens gelangte der 408 an die in St. Pölten ansässige Firma Linhart, die ihn auf ihrem Betriebsgelände hinterstellte und als Schauraum für Steingutprodukte nutzte. Anfang 1983 erweckte der Wagen die Aufmerksamkeit einiger Mitarbeiter der VEF-Arbeitsgruppe Straßenbahn. Da sich das Fahrzeug zwar äußerlich verwittert aber in der Substanz als relativ gut erhalten präsentierte, wurden Verhandlungen zum Ankauf eingeleitet. Nachdem der Besitzer die Inneneinrichtung und die Heizkörper zwar ausgebaut aber Gott sei Dank nicht weggeworfen hatte, war ein nahezu kompletter Wagen vorhanden, sodass im Juni 1983 der Ankauf zu einem vertretbaren Preis stattfand. Im Dezember 1983 konnte der 408 versandfertig gemacht, auf den von der IG-Museumstramway Mariazell beigestellten Tieflader verladen und mit dem Abtransport nach Wien in die historische Fahrzeugsammlung des VEF eingegliedert werden.